FAQ`s zur Gehaltstarifverhandlung
Seit Gründung von fairTK im Jahr 2005 beauftragen die Mitglieder die fairTK-Verhandlungskommission im Rahmen einer Mitgliederbefragung mit ihrem realistischen und durch-setzbaren Verhandlungsauftrag. Weil das Verhandeln mit einem Pokerspiel vergleichbar ist, wäre es unklug, schon zu Beginn einseitig die Karten aufzudecken. Die Arbeitgeberseite legt uns ihren Verhandlungsspielraum auch nicht offen. Es würde unsere Position erheblich schwächen, wenn der Arbeitgeber sich taktisch an unserem Ziel orientieren könnte. Seit Gründung von fairTK verzichten wir bewusst auf die Veröffentlichung von unrealistischen Forderungen. Wir konzentrieren uns auf das echte Ziel unserer Mitglieder und versuchen, dieses Ziel in Verhandlungen durchzusetzen. Bis zum Ablauf des Gehaltstarifvertrages besteht die sogenannte Friedenspflicht. Demnach sind die Tarifparteien (Arbeitgeber und Gewerkschaft) verpflichtet, Arbeitskampfmaßnahmen bis zu diesem Zeitpunkt zu unterlassen. Da der Arbeitgeber ohne mögliche Arbeitskampfmaßnahmen jedoch keinen Verhandlungsdruck hat, verzögern sich die Tarifverhandlungen meist erst bis zum Ende der Friedenspflicht. Dieses Mal ist das bei der TK anders: Wir haben uns mit dem Arbeitgeber darauf verständigt, die Gehaltsrunde 2026 bereits mit einem Sondierungsworkshop im Februar zu starten, obwohl der Tarifvertrag erst zum 31. März 2026 ausläuft. fairTK verhandelt im Namen aller fairTK-Mitglieder. Dabei haben wir die Entwicklung der Vergütung der Angestellten, Auszubildenden, dualer Studenten sowie der betrieblichen Altersversorgung nach der Anlage 6 im Fokus. Das Gesamtvolumen eines Tarifabschlusses wird grundsätzlich durch die lineare Erhöhung und die Laufzeit des Tarifvertrages bestimmt. Die Angaben der Mitglieder liegen naturgemäß weit auseinander. Diese gingen 2024 von Null bis hin zu zweistelligen Werten für eine Laufzeit von zwölf Monaten. Das Verhandlungsziel soll von einer großen Mehrheit der Mitglieder getragen werden. Das ist bei ca. zwei Dritteln bis zu drei Vierteln der Fall. Der Wert, der die obere Grenze für diese Mehrheit bildet, ergibt das Verhandlungsziel. 2024 entsprach die Forderung von acht Prozent einer breiten Mehrheit, die diesen Betrag oder niedrigere Werte angab. Unrealistische Forderungen verschlechtern die Verhandlungsposition und beschädigen die Glaubwürdigkeit von fairTK. Extreme Forderungen finden keinen Rückhalt in der breiten Mitgliedschaft und schwächen die Durchsetzungskraft. Bei einem anderen oder verbesserten Angebot muss überprüft werden, ob die fairTK-Mitglieder damit einverstanden sind oder bei dem ursprünglichen Ziel bleiben wollen. Weiterhin ist es bedeutsam, ob die Mitglieder eine hinreichende Aktions- und Streikbereitschaft bestätigen. fairTK legt den Fokus in Gehaltstarifverhandlungen auf lineare Erhöhung, da diese dauerhafte Wirkung in der Gehaltstabelle haben. Zukünftige Erhöhungen setzen auf diese auf. Im Gegensatz dazu haben Einmalzahlungen nur einen punktuellen Effekt. Deshalb dienen Einmalzahlungen in der Regel nur zur Abrundung eines Verhandlungsergebnisses. fairTK ist eine mitgliederorientierte Arbeitnehmervereinigung. Der Auftrag für die ehrenamtlichen Verhandler ist es, die Vorstellungen der Mitglieder umzusetzen. Letztendlich müssen die Mitglieder sich an Aktionen und Arbeitskämpfen beteiligen wollen, um die gemeinsamen Ziele durchzusetzen. Die Einschätzung der Verhandler und des fairTK-Beirats muss nicht immer mit der Meinung der Mehrheit der Mitglieder identisch sein. Wenn Du weitere Fragen zu den Tarifverhandlungen oder dem Vorgehen von fairTK hast, wende Dich einfach an info@fairtk.de!

